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Die Sängerin Huong Thanh wurde in Saigon in eine berühmte Musikerfamilie geboren und begann mit zehn Jahren den Cai Luong Gesang. Ihr Vater Huu Phuoc war einer der besten Sänger des Cai Luong, einer Form komischer Oper, die sich unter dem Einfluss der französischer Kolonialherrschaft aus den traditionellen vietnamesischen Theaterstilen entwickelt hat.
Im
Haus ihrer Eltern waren häufig die besten Sänger der Zeit zu Gast,
die ihre Lehrer waren. Mit 16 Jahren sang sie zum ersten Mal auf der
Bühne. Huong Thanh verkörpert die Eigenschaften des traditionellen
vietnamesischen Gesang mit feinem Tonfall, präzisen Ornamenten und
Finesse: im vietnamesischen Lied besteht eine starke Beziehung
zwischen Individuum, Melodie und Text. Es gibt sechs sprachliche
Töne. Die gleiche Silbe kann unterschiedliche Bedeutungen haben, je
nachdem in welcher Höhe das Wort erklingt. Die Poesie hat eine
innere Melodie, die von den Sängern durch Emotionen vermittelt
werden.
Seit ihren Umzug 1977 nach Paris nahm Huong Thanh an
zahlreichen Cai Luong Aufführungen in ganz Europa teil. 1995 traf
sie den Gitarristen Nguyên Lê, der sie in die Welt des Jazz
einführte. 1996 wurde sie eingeladen zur Feier des Jahrestages der
Erklärung der Menschenrechte der UNESCO zu singen. Danach tourt sie
durch die ganze Welt und wird 2007 mit dem Preis "France Musique
des Musiques du Monde" für ihre Interpretation der traditionellen
Musik Vietnams ausgezeichnet. Dieser Preis ist verbunden mit
Studio-Aufnahmen: in Zusammenarbeit mit traditionellen Musikern in
Vietnam wählt sie ein Duzend der beliebtesten Stücke aus dem Cai
Luong Repertoire aller drei Regionen des Landes aus und spielt diese
ein. Ihre Arbeit ist als Wiedergeburt dieses Gesangstils zu sehen,
der im populären Bewusstsein Vietnams immer noch tief verwurzelt
ist, trotz der verheerenden Auswirkungen des Krieges und der Zeit des
wirtschaftlichen Wiederaufbaus und der Modernisierung. Darüber
hinaus konnte sie das seit der Vereinigung von Nord- und Süd-Vietnam
fast in Vergessenheit geratene Repertoire bewahren, das ihr von ihrem
1997 verstorbenem Vater als „Schatz" vererbt wurde.
Huong
Thanh: Solo Gesang
Hong Nguyen: Senh Tien, Dan Tranh,
Percussions, Gesang
Daniel Nguyen: Dan Nguyet, Dan Nhi, Dan Bau,
Dan Ty Ba, Gesang
