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Kamilya Jubran
stammt aus dem Dorf Al-Rameh, gelegen im palästinensischen Gebiet von 1948,
dessen Bewohner die israelische Staatsangehörigkeit besitzen. Als Sängerin
wurde sie von klein auf durch Musik beeinflusst. Ihr Vater Elias, ein
Instrumentenbauer, spielte die Oud und gab im Haus der Familie Musikunterricht.
Mit vier Jahren begann Kamilya Jubran, auf der Oud und dem Qanun, der
orientalischen Knieharfe, zu spielen. Mit 19 Jahren stiess sie zur legendären
palästinensischen Band "Sabreen", deren Musik sie bis 2002
entscheidend beeinflusste.
Kamilya Jubran sucht das musikalische Abenteuer. Als Sängerin versucht sie in
ein für arabische Interpreten schwer zugängliches Terrain vorzudringen. So gab
es bisher nur wenige arabische Vokalisten, die sich an den Gesang auf
Hocharabisch und an die Vertonung zeitgenössischer arabischer Gedichte
herangewagt haben. Kamilya Jubran nimmt diese Herausforderung an! Mehr noch,
sie übersetzt und vertont auch Poesie aus anderen Kulturen ins Arabische.
Die Stimme von Kamilya Jubran hat eine erstaunliche Präsenz und
Variationsbreite. Dies ist ihr grosses Kapital, das sie in die Lage versetzt,
die Texte mit den modernen Melodien in Einklang zu bringen, die sie für ihre
Lieder wählt.
Durch ihre künstlerischen Experimente, drückt sie nicht das Leid der
Palästinenser in der bekannten Form aus, sondern versucht diesem Leid ein
neues, tiefgründigeres Gesicht zu geben, das Gesicht von Liebe und Frieden.
Im Jahr 2000 entschied sie sich von Jerusalem nach Europa zu übersiedeln, um
als universelle Künstlerin zu wirken, jenseits des in den Medien präsentierten
ideologischen Widerstandskanons von "Steinewerfen",
"Blutvergiessen", "Mord" oder "Märtyrertum". Ihr
gesamtes Schaffen steht für das Streben, sich von den musikalischen
Konventionen zu lösen, mit denen sie aufgewachsen ist und denen sich der
arabische Gesang verpflichtet sieht. Damit steht sie in der Tradition einer
experimentellen Bewegung innerhalb der arabischen Musikwelt, die in den 70er
Jahren des 20. Jahrhunderts ihren Anfang nahm und zu der unter anderem Künstler
wie Marcel Khalife aus dem Libanon, Scheikh Imam aus Ägypten, Samih Choqeir aus
Syrien und Ahmad Bin Dhiab aus Tunesien gehörten.
Kamilya Jubran Oud, Gesang