Globalklang Künstlerverzeichnis

Lagash
Bassem Hawar, Djoze
Furat Katturi, Kanun
Christina Fuchs, Saxophon
Arup Sen Gupta, Tablas
Ako Taher, Piano
Saad Thamir Gesang, Komposition
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Eine
noch junge Formation entführt in orientalische Klangwelten: Lagash hat
sich zum Ziel gesetzt, die irakische Musik auf ein zeitgemäßes Niveau
zu heben. Drei der fünf Musiker von LAGASH stammen aus dem Irak, wo sie
an der Bagdader Musikhochschule studierten. Einige machten sich in
Europa bereits einen Namen als Solisten. Nun haben sie sich
zusammengeschlossen, um auf der Basis der traditionellen, irakischen
Maqam-Musik einen neuen, zeitgemäßen Ausdruck orientalischer Musik zu
kreieren.
Die Gruppe Lagash bricht die seit Jahrhunderten festgefügten Formen der
Maqam-Musik auf. Sie rückt die Musik, die sonst hinter dem Gesang
zurücksteht, in den Vordergrund. Der Maqam bezeichnet - stark verkürzt
dargestellt - eine Tonleiter und eine modale Struktur, die einen
Gefühlsgehalt ausdrückt.
Klassische Maqam-Musik besteht aus einer festen Abfolge einzelner
musikalischer Sequenzen. In der Musik von Lagash dagegen werden die
einzelnen Teile der Maqam-Stücke anders zusammengefügt und die
Tonskalen der Maqamat (Plural von Maqam) erweitert. Auch das Prinzip
der Harmonisierung, d.h. die Komposition von
eigenständigen Begleitstimmen wird neu in diese klassische Musik eingeführt.
Die Stücke von LAGASH bestehen wie im Jazz aus komponierten und
improvisierten Teilen - Berührungen mit dem Jazz ergeben sich auch
durch das Klavier und das Saxophon. Im Zentrum der Musik stehen die
Soloinstrumente irakische Kniegeige Djoze und das Zitherinstrument
Kanun - beide gehören auch in ein klassisches Maqam-Ensemble.
Die Musiker von Lagash arbeiten mit dem Aachener Tablasspieler
indischer Herkunft Arup Sen Gupta zusammen, dessen indische Rhythmen
der Musik eine zusätzliche Qualität verleihen. Die klasssischen
irakischen Maqam-Instrumente gehen mit dem europäischen Klavier, dem
Saxophon und den indischen Tablas eine ungewohnte aber sehr harmonische
Verbindung ein, die den europäischen ebenso wie den arabischen Zuhörer
verzaubert.
Die Gruppe wählte den Namen der südmesopotamischen Stadt Lagash, um an die über 5000 Jahre alte sumerische Kultur zu erinnern.