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Klangkosmos Weltmusik Seit 2003

Trio Bravo

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Was tun, wenn man in Berlin in russischen Kneipen spielt und keinen Namen hat?
Auf die Publikumsreaktion hören und diese zu Namen und Programm erheben!
So wird "Trio Bravo" geboren. Nachdem der Geiger Mark Chaet und die
Pianistin Olga Romanchenko im Jahr 1994 zunächst als Duo auftreten,
kommt ein Jahr später der Kontrabassist Sergej Sweschinskij dazu. Mark
Chaet und Sergej Sweschinskij sind die kompositorischen Köpfe von Trio
Bravo. In ihrer ukrainischen Heimat liegen auch die musikalischen
Wurzeln. Die Mischung aus herausragendem Talent, einer fundierten
Ausbildung an renommierten russischen sowie westlichen Hochschulen und
langjährige Konzerterfahrung bringt einen eigenen Stil hervor:
Ein Klassikprogramm, bereichert durch Elemente angrenzender
Musikrichtungen. 1998 erscheint die erste CD „Auf dem Weg“ mit
Interpretationen traditioneller osteuropäischer Musik. Es folgen
Live-Konzerte von Berlin bis Bilbao. 1999 eröffnen sich neue
musikalische Wege in der Zusammenarbeit mit dem Rockmusiker Dirk
Zöllner. Das gemeinsame Projekt "Zöllner Classics" und die gleichnamige
CD sind Anstoß zu noch mehr eigenen Stücken. Die Feuertaufe für das
kompositorische Können von Mark Chaet und Sergej Sweschinskij ist ein
Experiment: Sie erhalten den Auftrag, eine neue Filmmusik zu Sergeij
Eisensteins berühmten Stummfilm "Panzerkreuzer Potemkin" zu schreiben.
Das Film-Live-Konzert wird von Sylt bis zur Berliner Museumsinsel vor
mehreren hundert Besuchern ein voller Erfolg; ein Jahr später erscheint
der Soundtrack zu dem Stummfilmklassiker.
Im Jahr 2001 übernimmt Trio Bravo die musikalische Leitung für
"Balagan", einer Theaterinszenierung mit 15 Musikern. Zwei Monate
begeistert die Show Abend für Abend das Publikum im vollbesetzten
Zirkuszelt der "Fliegenden Bauten" in Hamburg und tourt anschliessend
europaweit. 2002 veröffentlicht Trio Bravo die CD „Grenzverkehr“ mit
neuen Eigenkompositionen und erweitert seine Besetzung.
Der bulgarische Pianist Svetoslav Karparov ist als Preisträger diverser
internationaler Wettbewerbe und voll musikalischem Elan die ideale
Neubesetzung an den Tasten. Zusätzlich sorgt der polnische Xylophonist
und Percussionist Adam Tomaszewski virtuos und mit einer gehörigen
Portion Schalk für (Trommel)wirbel auf der Bühne. So wird „Trio Bravo“
zum „Trio Bravo+“.
Im Herbst 2002 erhalten die Musiker im Rahmen der „Jüdischen
Kulturtage“ in Berlin den Auftrag für eine neue Stummfilmkomposition:
„Menschen am Sonntag“ wird im November unter großem Beifall im Kino
Arsenal am Potsdamer Platz uraufgeführt. Die Leichtigkeit und
Unbekümmertheit dieser Musik von Trio Bravo findet sich auch in zwei
neuen Theaterprojekten Anfang 2003 mit preisgekrönten Stars der
Circus-Szene wieder: Bei den Shows von „David Shiner“, dem
international bekannten Broadway-Star sowie „Jigalov“, dem gefeierte
Spaßmacher aus Russland sorgen die Musiker in den „Fliegenden Bauten“
gewohnt bravourös für den musikalischen Part.
Trio Bravo hat mit einer fundierten klassischen Ausbildung im Gepäck
nicht nur die geographischen Grenzen gen Westen überschritten, sondern
auch die musikalische Starre. Kategorisierungen von Musikstilen werden
aufgelöst, Klassik und Klezmer verbinden sich mit Folk- und Poprhythmen
zu einem eigenen Stil.
Mark Chaet
Die erste Geige bekommt der 1970 in Kramatorsk/Ukraine geborene
Komponist und Virtuose eher zufällig von seinem Großvater aus Moskau
mitgebracht, was weitreichende Folgen hat: Am Donezker
Musikkonservatorium studiert er von 1988-1993 klassische Geige und
spielt im Kammerorchester der Donezker Philharmonie. Ein Fluchtversuch
gen Westen endet im Gefängnis, doch das virtuose Geigenspiel überzeugt
selbst hartgesottene Staatsdiener. Er kann legal ausreisen, um sein
zweites Studium an der »Hochschule für Musik Hanns Eisler« in Berlin zu
absolvieren. Sein Hang zu Grenzüberschreitungen setzt er musikalisch
und exzessiv im Trio Bravo fort.
Svetoslav Karparov
1972 in Bulgarien als Sohn eines Bäckers geboren, beschließt er
seine Brötchen anderweitig zu verdienen und studiert an der Hochschule
für Musik in Sofia Klavier. Bei verschiedenen Musikwettbewerben
zwischen 1989 und 1995 gewinnt er eine Reihe von Preisen, was neue
musikalische Gelüste in ihm weckt. Im Jahr 2000 macht er sein
Konzertexamen an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und belegt ein
Zusatzstudium im Fach Komposition. Sein breit gefächertes musikalisches
Interesse prädestiniert ihn geradezu für Trio Bravo, in das er sich
seit 2002 bravourös einfügt.
Sergej Sweschinskij
Bis er sich in einen Bass verliebt, spielt der 1969 in
Kirowgrad/Ukraine geborene Sergej Sweschinskij klassische Gitarre.
Seine voluminöse Leidenschaft vertieft er am Konservatorium in Donezk,
wo er von 1989-1994 Kontrabass studiert. Er trifft auf Mark Chaet und
es beginnt eine folgenreiche Freundschaft, die sich zwei Jahre später
in gemeinsamen Studien an der Hanns-Eisler-Hochschule in Berlin
fortsetzt. Bässe können für den Computerfreak nie tief genug klingen:
Mit einem grazilen E-Stickbass entlockt er auf der Bühne klassischer
Musik den Groove von Pop. Sergej Sweschinskij und Mark Chaet ergänzen
sich als kongeniales Kompositons-Team.
Adam Tomaszewski
Seit 2002 gibt es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem 1958 in
Lodz/Polen geborenen Xylophonisten und Percussion-Virtuosen Adam
Tomaszewski. Der musikalische Überlebenskünstler studiert von 1977-1982
an der Musikakademie in Lodz und zeigt sein Können in klassischen
Engagements wie in dem Sinfonieorchester Bosnien-Herzigovina sowie in
Theaterproduktionen oder auf Straßen internationaler Großstädte. Mit
seiner Energie und musikalischer Sensibilität sorgt er nicht nur für
Trommelwirbel auf der Bühne. Das russisch-bulgarisch-polnische Trio
präsentiert sich mit ihm als Trio Bravo »+«.